NMG oder wieso Sie ihre Domain-Rechnungen prüfen sollten
Neu ist die Masche nicht, dennoch macht sie wieder ihre Runde. Die Rede ist von gefälschten Domainrechnungen - eine effektive Maßnahme um Ihnen Ihr Geld aus den Firmenkassen zu stehlen.
Diesmal ist es eine sogenannte "Network Media Group Ltd." (NMG), die Firmen mit Zahlungserinnerungen dazu bringen will insgesamt 229 Euro (für eine Jahresregistratur verschiedener Variationen ihrer eigenen Domain) zu bezahlen.
Das Schreiben erweckt den Eindruck, als handle es sich um eine Rechnung für bereits getätigte Leistungen, wobei es sich eigentlich - wenn man das Kleingedruckte liest - um eine Auftragserteilung für drei weitere mehr oder minder nutzlose Domains handelt.
Wenn Sie also beispielsweise die Domain "beispiel.de" besitzen würden, beliefe sich die angebliche Rechnung auf die Registratur für die Domains
(siehe Bild)
Natürlich wurden diese Domains nie (oder zumindest nie von NMG) registriert, noch sind Sie NMG in irgendeiner Weise verpflichtet.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Summe für drei Domains sehr hoch ist.
Wie immer gilt es auch hier das Kleingedruckte zu lesen:
Ebenso dreist ist letztes Jahr auch eine sogenannte Domain Renewal Group (DRG) vorgegangen. In deren Kleingedrucktem hat sich aber eine andere Gemeinheit eingeschlichen. Firmen die auf diese Briefe hereingefallen sind, haben nämlich unwissentlich unterzeichnet, ihre Domain der DRG automatisch zu übertragen.
Besonders arglistig getäuscht sahen sich vor einiger Zeit auch Opfer einer ähnlich gelagerten Betrugsmasche, die von einer gewissen "Deutschen Domain Verwaltung" (DDV) bzw. "Deutsche Internet Domainregistrierung" (DID) ausging.
Diese hatten in Ihren Briefen ihre angeblichen Kunden stark unter Druck gesetzt, eine nicht existente Gebühr zu zahlen und gedroht bei nicht fristgerechter Zahlung ihre Domains abzuschalten. Hierzu sei nochmal anzumerken: Vorsicht - der Wortstamm "Deutsch" macht eine Firma noch lange nicht zu einer amtlichen Behörde.
Aber auch im Namen anderer Länder wird der Anschein eines amtlichen Schreiben versucht, z.B. mit dem Firmennamen "Domain Registry of America" oder deren Tochterfirma "Domain Registry of Europe". Briefe mit diesem Absender hatten vor einiger Zeit den Eindruck erwecken wollen, dass die jeweiligen existierenden Domains des Betrugsopfers, unweigerlich gelöscht werden, wenn man der Zahlungsaufforderung nicht nachkäme.
Nicht immer kommt der Seitengriff in die Firmenkasse über den Briefschlitz - manchmal versuchen es wohl einige auch über das Telefon. So versucht Ihnen z.B. auch dieses Jahr eine sogenannte "Deutsche IDR" am Telefon eine überteuerte Zweit-Domain aufzuschwatzen. Natürlich nicht ohne noch etwas Druck aufzubauen. Schließlich habe sich ein Branchen-Mitbewerber zufälligerweise auch für diese Domain entschieden - es sei also schnelles Handeln gefragt.
Leider habe ich persönlich noch keinen dieser Anrufe erhalten, würde ich mich doch köstlich über die Einrichtungsgebühr in Höhe von 195 Euro (hinzu kommen noch weitere Jahresgebühren) amüsieren wollen.